IMG_34031889 wurde das Naturhistorische Museum in Wien gegründet. Der Bau ist von Carl von Hasenauer und Gottfried Semper. Das Naturhistorische Museum  zählt zu den grössten Museen der Welt und beherbergt ca 30 Millionen Objekte. Der Dachverband PaN (Partner alles Nationen) organisierte am 9. März 2020 eine Führung durch die Anthropologische Sammlung.

IMG_3085Als Lehmarchitektur bezeichnet man die Errichtung von Bauwerken aus Lehm. Dabei werden verschiedene tragende und nichttragende Bauweisen angewendet. Die tragenden Wände werden überwiegend aus Stampflehm, Lehmziegeln oder als Holzfachwerk mit Gefachen aus Lehm erstellt. Das Baumaterial besteht aus einer Mischung von Ton, Sand und Feinsand, die feucht in Form gebracht werden und anschliessend trocknen.

Die Entstehung der volkstümlichen Traditionen der Lehmarchitektur geht auf die Anfänger der menschlichen Städte zurück. Lehm war der Baustoff der ersten Städtischen Siedlungen in Mesopotamien, die vor zehntausend Jahren angelegt wurden.

In Babylon wurde vor 2700 Jahren mit Lehm gebaut, sowie der berühmte Turm von Babel, der in seinem Zentrum stand. Seit damals hat sich dieses Verfahren in den meisten Ländern der Welt durchgesetzt. Viele Kulturen haben seit dieser Zeit dazu beigetragen, die Bautechnik so zu verbessern, dass das Bauen mit Lehm sich bis heute lebendig erhielt. Die auf diese Weise entstandenen Bauten haben ihre Anpassungsfähigkeit und ihre Qualitäten in jeder geografischen Lage unter den verschiedensten Kulturen und Lebensumständen bewiesen. Man findet beeindruckende Beispiele von Lehmarchitekturen in allen Kontinenten. Archäologische und historische Denkmäler, aber auch viele Städte und Dörfer in denen das Erbe der Jahrhunderte alten Traditionen immer wieder weitergegeben wurde durch Austausch zwischen verschiedenen Kulturen befruchtet wurde. In jüngster Zeit, nach der Energiekrise und des Klimawandels und durch die notwendige Besinnung auf Nachhaltigkeit erleben wir eine Revitalisierung der Lehmarchitektur und eine neue Überdenkung ihrer nützlichen Anwendung wo immer es möglich ist.

Beispiele: https://www.lehmtonerde.at/de/projekte/projekt.php?pID=7

Illustrationen für das Gästebuch des Weinkellers der Universität Wien anlässlich des Jubiläums-Weins 650 Jahre Universität Wien.

 

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Zu den noch nicht realisierten Projekten des Uni Campus gehört das u:museum. Dieses soll die Geschichte des Alten Allgemeinen Krankenhauses zum Universitätscampus Wien dokumentieren. Diese Geschichte wird “in die Gebäude selbst eingeschrieben”: Die Durchgänge am Campus (“Tore der Erinnerung”) werden durch den Einbau von Vitrinen zum offenen Museum zum “u:museum campus”. Bilder, Pläne und Objekte in den Vitrinen machen die Geschichte und die historische Bedeutung des  Campus sichtbar. Eine innovative Einbindung der Deckengewölbe der Tore mit Lichtinstallationen und künstlerischer Gestaltung – Kunst im öffentlichen Raum – ist geplant. Ebenso eine Vernetzung mit digitalen Ausstellungsteilen.

Konzept: Herbert Posch und Jalil Saber ZaimianIMG_2515IMG_2516

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Der Turm, ein archaisches Symbol der Architektur und eine architektonische Grundform hat immer wieder meine Aufmerksamkeit erweckt, als ein im wahrsten Sinn des Wortes hervorragendes Bauwerk. Geht man in der Stadt oder im Dorf spazieren und man weiß nicht, wie spät es ist, und man hat weder eine Uhr noch ein Smartphone dabei, so genügt ein Blick empor auf die Turmuhr. Will man sich einen Überblick über eine Landschaft oder eine Stadt machen ,so ist es gut, einen Aussichtsturm zu besteigen. Auch Herrscher überblicken ihr Land von einem Turm aus. Der Turm ist auch ein Symbol der Macht. Der Turmbau zu Babel ist auch Symbol menschlicher Überheblichkeit, von vielen Künstlern oftmals dargestellt. Das Observatorium mit den Teleskopen ist ein Turm, von dem man das entfernte und unbekannte Universum beobachten kann. Festungstürme bei Burgen und Leuchttürme dienen zur Orientierung. So kann man eine lange Reihe von Beispielen aufzählen. Seit Türme gebaut werden streben die Menschen danach, im Rahmen der Möglichkeiten des verwendeten Materials das Bauwerk so hoch wie möglich auszuführen. Durch die Verwendung des Stahlbetons ist es möglich geworden, Türme/ Bauten von unglaublicher Höhe zu errichten. Die Grösse eines Turmes steht in Zusammenhang mit seiner Funktion. Ein Sendemast, der seine Wellen über ganze Kontinente strahlt, erfordert eine grössere Höhe als ein Minarett oder Kirchturm. Mit Entwicklung der Technik ist auch ein breites Spektrum an neuen Funktionen für Türme entstanden. Türme spielen auch in Utopien eine große Rolle. Rechnet man noch mit gigantischem Bevölkerungswachstum und der Entwicklung neuer Baumaterialien, die allen herkömmlichen an Stabilität und Tragfähigkeit weit überlegen sind, dann sind diese zwei Fakten Ausgangspunkt für viele architektonische Zukunftsprojekte. Die Bauform des Turmes regt seit jeher den Menschen an phantasievolle, realisierbare und ausführbare Turmprojekte zu entwerfen. Diese Auseinandersetzung mit dem Thema Turm wurde von dem italienischen Künstler Simon Rodias (1879–1965) auf phantasievolle Art realisiert. Er arbeitete 33 Jahre daran, Türme aus einer Ansammlung von 17 Strukturen aus Schrott, Müll und Beton zu errichten. Die Konstruktionen wurden mit Kleinmosaiken verziert.

After my pension: Make Architecture great again!

Arzachena, Nuraghe Albucciu, Sardengna, Italy

In den vergangenen Jahren sind weltweit die Städte durch Zuwachs der Weltbevölkerung und durch die Anforderungen der technischen Ansprüche und Fortschritte rasant gewachsen. Besonders in Schwellenländern ist das zu einem großen Problem geworden. Es entstanden Megacities mit enormem technischen Aufwand und hohem Energieverbrauch. Um für diese Städte und ihre Infrastruktur die Versorgung aufrecht zu erhalten, müssen weitere Energiequellen neu werden. Die Stadtplaner und Architekten kommen immer mehr zu der Überzeugung, dass es höchste Zeit ist, von dieser Art der Megacities wegzukommen. Nachhaltige Energiequellen sind gefragt. Grünflächen sollen in die Stadt und in den Wohnraum integriert werden. Der Wohnkomfort und das Sichwohlfühlen in der eigenen Wohnung sollten gefördert werden. Gesunde Baumaterialien in Verbindung mit smarter Technik sind die großen Herausforderungen des neuen Städtebaus. In der heutigen Planung müssen wir für die künftigen Generationen eine gesunde Stadt schaffen. Aktive Energieerzeugung durch z.B. Sonnenkollektoren können das eigene Haus bzw. Wohnung versorgen und darüber hinaus Energie an andere Nutzer weiterleiten. Eine weitere Anforderung ist auch die Barrierefreiheit. Diese gehört schon am Beginn in die Planung integriert. Pflegebedürftige Menschen und Menschen mit besonderen Ansprüchen benötigen Zugang sowohl zu allen Gebäuden des öffentlichen Raums als auch zu ihren Wohnungen. Es wäre auch zu bedenken, ob nicht das Prinzip der Großfamilie wieder mehr Gewicht bekommen sollte. Eine architektonische Planung dahingehend würde diesen Gedanken unterstützen. Die räumliche Möglichkeit vom Zusammenleben mehrerer Generationenwürde durch eine dementsprechende räumliche Planung unterstützt werden. Ein gesundes, smartes Wohnhaus sollte auch für die nächsten Generationen noch zu verwenden sein. Diese Gedanken sollten in die gegenwärtigen Stadtplanungen mit einfließen. Ein positives Beispiel für die Zukunft wäre Städtebau mit Grünanlagen und menschlichen Maßstäben.

Die Bilder zeigen Beispiele aus der Ausstellung  „Critical Care – Architecture for a broken Planet“ im Wiener Architekturzentrum und den  “Bosco Verticale” von Architekten Stefano Boeri, Giovanni La Varra und Gianandrea Barreca in Mailand sowie ein Beispiel von Jean Nouvel “White Wall Tower” aus Nikosia.

 

 

 

 

Skizzen für die geplante Ausstellung im Kulturzentrum Erdösmecke, Ungarn im August 2019

 

Die Osterferien nützte ich, um einige Projekte und Museen zu besuchen. Begonnen habe ich mit Renzo Pianos “Parkapartents Belvedere”. Im Museumsquartier besichtige ich  den Entwurf für die Dachgestaltung über dem Ludwigmuseum und die Ausstellung im AzW Architekturzentrum “Crital Care-Architecture for a broken Planet”.

Am nächsten Tag ging es in das Jüdische Museum Wien zur Ausstellung von Arik Brauers Lebenswerk “Alle meine Künste” anlässlich seines 90 Geburtstages. Darauf folgte der Besuch im Theatermuseum “Alles tanzt, Kosmos Wiener Tanzmoderne”. Den krönenden Abschluss des Kulturgenusses bildete die Vorstellung im Odeon mit einer Produktion des Serapions Ensembles “Lamento Allegro”. Auch die Ausstellung über das sehr erfüllte Lebenswerk von Ulrike Kaufmann war sehenswert.

Bei wunderschönen Wetter, mit Cafehausbesuchen und Spaziergängen an der Donau, hat sich Wien wieder einmal von der besten Seite gezeigt.